Unter aktiven Klebefallen versteht man die Fangorgane der Drosera- und Pinguiculaarten. Ihre Blätter sondern einen
Fangschleim ab, welcher Insekten anlockt und sie bei Kontakt festkleben lässt. Doch im Gegensatz zu den passiven Klebefallen anderer karnivorer Pflanzen sind diese, mit Drüsen besetzten Blätter dazu in der Lage sich zu bewegen. Dieser Vorgang ist bei den Sonnentauen sehr schön zu beobachten. Nachdem die Tentakeln dieser Gattung ein Beutetier gefangen haben, beginnen sich die Tentakel die keinen Kontakt mit dem Opfer
haben, sich auf dieses zu zu bewegen, bis sich, artabhängig, manchmal sogar das ganze Blatt über ihm zusammenrollt. Oft dauert das Geschehen mehrere Stunden, bei einigen Arten, wie z.B. bei
Drosera scorpiodes, nur wenige Minuten.
Bei den Fettkräutern findet auch eine Bewegung des Blattes statt, welche aber mit blossem Auge nicht zu sehen ist. Hier wölbt sich der Bereich an dem das
Beutetier haftet nur leicht nach unten, also vom Opfer weg, was zur Folge hat, dass das Blatt dadurch mehr Kontakt mit dem Beutetier haben.
Hier ist ein Beispiel einer aktiven Klebefalle zu sehen. Dabei handelt es sich um ein Blatt von Drosera scorpiodes, auf welches ich eine Stubenfliege gelegt habe. In diesem Video wird deutlich, wie sich die Tentakeln dieses Zwergsonnentaus zum Opfer hin bewegen. Dieser Vorgang wurde nur etwa 20 Minuten von mir beobachtet und dokumentiert, das hört sich zwar lange an, doch ist es ein Geschwindigkeitsrekord bei den Drosera-Arten, denn nicht selten dauert es bis zu zwei Stunden bis eine Reaktion der Tentakeln anderer Sonnentaue, wie etwa Drosera capensis, stattfindet