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Klappfallen

Klappfallen sind ziemlich raffinierte Fallen. Neben der Venusfliegenfalle (Dionaea), an deren Beispiel ich den Fangablauf und die Funktion nachfolgend erklären werde, besitzt auch die Wasserfalle (Aldrovanda) ähnliche Fangorgane. 

Die Fallen der Venusfliegenfalle bestehen aus zwei Blatthälften, deren Ränder gezahnt sind. Diese Zähne haben die Funktion die Fliege, Mücke, oder was auch immer gefangen wurde, nicht mehr entwischen kann. Dazu aber später mehr. 

Auf der Innenseite jeder der besagten Blatthälften befinden sich in der Regel drei Fühlborsten. Wenn sich nun ein Insekt auf einem Blatt nieder lässt und den von speziellen Drüsen abgesonderten Nektar aufnehmen, welche sich ebenfalls auf der Falleninnenseite befinden, werden diese armen Tierchen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine dieser Fühlborsten berühren. Dabei klappt die Falle jedoch noch nicht zu, sie ist jetzt erst entsichert , denn die Pflanze ist ja nicht blöd, es könnte sich ja auch um einen Regentropfen oder etwas anderes handeln - und um sowas zu fangen würde Dionaea keine Energie verschwenden. 

Die Falle löst erst aus, wenn es innerhalb von etwa 20 Sekunden erneut zu einem Kontakt mit einer der Fühlhaare kommt. Jetzt passiert das Unvermeidliche: Durch einen elektrischen Reiz klappen die beiden Blatthälften zusammen, jedoch nicht vollständig, und die Zähne an den Rändern greifen ineinander und machen eine Flucht der Beute unmöglich. 

Das Schicksal nimmt nun seinen Lauf und das Insekt im Falleninneren, versucht nun zappelnd einen Ausgang zu finden, berührt dabei aber dadurch immer wieder die Fühlborsten, was der Pflanze signalisiert, lebende Beute gemacht zu haben, und es kommt wie es kommen muss: Die Falle presst ihre beiden Blatthälften mit aller Kraft zusammen. Würde das gefangene Insekt sich im Inneren der Falle nicht weiter bewegen, hätte dies zur Folge, dass sich die Falle wieder öffnen würde. 

Nachdem die Falle vollständig geschlossen ist wird die Bildung von Nektar eingestellt und dafür eine Verdauungsflüssigkeit ausgeschüttet, welche aus Enzymen besteht und für die Auflösung des Opfers zuständig ist. Anschliessend werden die gelösten Bestandteile aufgenommen und dienen der Pflanze als neue Energiequelle. 

Sobald der Verdauungsvorgang abgeschlossen ist öffnet sich die Falle wieder und ist erneut einsatzbereit.

Dionaea muscipula

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16.02.2012

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Franco Seling

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