Die Venusfliegenfalle
<Darlingtonia californica
Drosera>
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Die Venusfliegenfalle ist die bekannteste aller Karnivoren. Hierbei handelt es sich um eine terrestrische Pflanze, von der es mehrere Formen, die sich durch verschiedene Färbungen und/oder durch Aussehen der Fallen von einander unterscheiden, gibt. Sie erreicht, je nach Jahreszeit, einen Durchmesser von 15-25 cm. Ihre Fallen werden von zwei Blattlappen gebildet, an deren Rändern sich viele Zähne befinden, welche ein Entkommen eines Beutetieres verhindern.
Die Fallen der Venusfliegenfalle bestehen aus zwei Blatthälften, deren Ränder gezahnt sind. Diese
Zähne haben die Funktion die Fliege, Mücke, oder was auch immer gefangen wurde, nicht mehr entwischen kann. Dazu aber später mehr.
Auf der Innenseite jeder der besagten Blatthälften befinden sich in der Regel drei Fühlborsten. Wenn sich nun ein Insekt auf einem Blatt nieder lässt und den von speziellen Drüsen
abgesonderten Nektar aufnehmen, welche sich ebenfalls auf der Falleninnenseite befinden, werden diese Tiere mit hoher Wahrscheinlichkeit eine dieser Fühlborsten berühren. Dabei klappt die Falle
jedoch noch nicht zu, sie ist jetzt erst "entsichert" , denn es könnte sich ja auch um einen Regentropfen oder etwas anderes handeln - und um sowas zu fangen würde Dionaea keine Energie
verschwenden.
Die Falle löst erst aus, wenn es innerhalb von etwa 20 Sekunden erneut zu einem Kontakt mit einer der Fühlhaare kommt.Durch einen elektrischen Reiz klappen die beiden Blatthälften zusammen,
jedoch nicht vollständig, und die Zähne an den Rändern greifen ineinander und machen eine Flucht der Beute unmöglich.
Das Insekt im Falleninneren, versucht nun zappelnd einen Ausgang zu finden, berührt dabei aber dadurch immer wieder die Fühlborsten, was der Pflanze signalisiert, lebende Beute gemacht zu
haben. Letztendlich presst die Falle ihre beiden Blatthälften mit aller Kraft zusammen. Würde das gefangene Insekt sich im Inneren der Falle nicht weiter bewegen, hätte es zur Folge, dass
sich die Falle wieder öffnen würde.
Nachdem die Falle vollständig geschlossen ist wird die Bildung von Nektar eingestellt und dafür eine Verdauungsflüssigkeit ausgeschüttet, welche aus Enzymen besteht und für die Auflösung
des Opfers zuständig ist. Anschliessend werden die gelösten Bestandteile aufgenommen und dienen der Pflanze als neue Energiequelle.
Sobald der Verdauungsvorgang abgeschlossen ist öffnet sich die Falle wieder und ist erneut einsatzbereit.
Vorkommen
Temperatur:
im Sommer bis zu 30°C, im Winter zwischen 0°C und 15°C; im Moorbeet wird auch Frost vertragen
Licht:
unbedingt vollsonnig
Giessen:
Im Sommer sollte die Pflanze in Anstaubewässerung gehalten werden. Während der Winterruhe wird das Substrat nur leicht feucht gehalten.
Luftfeuchtigkeit:
ca. 60%
Substrat:
70% Weisstorf, 30% Sand; oder handelsübliche Karnivorenerde
Aussaat
Die Vermehrung über Samen ist die am häufigsten angewendete und effektivste Methode der Vermehrung von Dionaea muscipula. Oft wird gelesen, dass das Saatgut der Venusfliegenfalle mittels einer Kältebehandlung stratifiziert werden muss, um die Keimung in Gang zu setzen.
Dies ist bei frisch geernteten Samen nicht notwendig, denn diese keimten bei mir bisher immer zu mindestens 80%, wenn ich sie direkt nach der Ernte ausgesät habe.
Anders sieht es bei Venusfliegenfallen-Samen aus, deren Alter man nicht kennt, z.B. wenn man das Saatgut über Onlineshops oder über das bekannte Online-Auktionshaus bezieht. Solche Samen können in feuchtem Küchenpapier im Kühlschrank etwa 4-6 Wochen gelagert und anschliessend ausgesät werden.
Oft sieht man auch Aussaat-Sets, welche meist nur 10 Samenkörner, etwas Substrat und einen Pflanztopf beinhalten. Von solchen "Schnäppchen" rate ich allen Interessierten ab, denn diese Samen sind meist zu 100% überlagert und an eine Keimung ist nicht zu denken.
Eine Behandlung der Samen mit Gibberellinsäure A3 (GA3), um die Keimhemmung aufzuheben, habe ich noch nicht ausprobiert, obwohl dies sicherlich möglich ist.
Blattstecklinge
Die Vermehrung über Blattstecklinge erfordert etwas mehr Geschick und vor allem Gedult als die Aussaat. Hierzu verwendet man gesunde, kräftige und möglichst junge Blätter der Venusfliegenfalle, welche vorsichtig an der Blattbasis abgebrochen werden.
Diese werden nun schräg, etwa im 45°-Winkel, in das Substrat gesteckt. Wahlweise kann auch totes oder lebendes Sphagnummoos verwendet werden. Anschliessend stellt man das ganze noch so hell wie möglich bei Temperaturen um die 25°C auf.
Meist stirbt bald die Falle des Blattes ab, was aber normal ist. Ich empfehle die abgestorbenen Blattteile abzuschneiden um einer Schimmelbildung vorzubeugen.
Wenn man alles richtig gemacht hat, zeigen sich zu etwa 50% neue Pflänzchen.
Teilung
Venusfliegenfallen zu teilen, um sie zu vermehren, ist meiner Meinung nach die überflüssigste Vermehrungsmethode, denn gesunde und kräftige Dionaea teilen sich in ihrer Vegetationsperiode von ganz alleine - und das sogar oft mehrmals.
Möchte man Dionaea dennoch teilen, sollte hier auf gesunde, kräftige und möglichst grosse Pflanzen zurückgegriffen werden. Nachdem diese gründlich vom Substrat 'befreit' wurde, schneidet man mit mit einem scharfen Messer (Teppichmesser, Skalpell, Rasierklinge z.B.) die Scheinzwiebel der länge nach (von oben nach unten!!), möglichst genau in der Pflanzenmitte durch. Dabei muss darauf geachtet werden, dass beiden Hälften wenigstens ein Stück Rhizom verbleiben.
Die Schnittstellen können noch mit Holzkohlepulver behandelt werden, um diese vor Fäulnis zu schützen, bevor man beide Hälften wieder Eintopft. Diese Pflanzenhälften werden nun wie 'normale' Pflanzen weiterkultiviert werden.
Leider ist die Venusfliegenfalle recht schwierig zu kulivieren. Während der Vegetationsperiode, von Frühjahr bis in den frühen Herbst hinein, sollte es keine Probleme geben, sofern die optimalen Kulturbedingungen geboten werden. Das schwierigste ist die Winterruhe, denn in dieser Zeit sterben die Pflanzehn oft an Schimmel oder an Wassermangel. Das ist, gerade weil die Venusfliegenfalle oft der Einstieg in die Kultur der Karnivoren ist, vor allem für Anfänger sehr frustrierend.
Prinzipiel können eingezogene Pflanzen im Winter ruhig an dunklen Plätzen überwintert werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das Substrat in dieser Zeit nicht zu nass ist. Ich gebe ihnen während der Winterruhe nur alle paar Tage ein wenig Wasser, also gerade genug, dass der Torf nur ganz leicht feucht ist. Zu nasses Substrat kann Schimmeln oder Schimmelbefall (Grauschimmel) oder Fäulnis der Scheinzwiebel zur Folge haben.
Die beiden letzten sind tötlich für Dionaea. Den Grauschimmel kann man evtl. noch mit handelsüblichen Fungizid behandeln, was oft aber schon zu spät ist. Ausserdem ist bei Schimmelbefal das Substrat sofort aus zu tauschen und die Kulturbedingungen zu optimieren.
Die letzte mir bekannte "Krankheit" der Venusfliegenfalle ist der Blattlausbefall. Wird dieser bemerkt, sollte man sofort Gegenmassnahmen ergreifen. Eingetopfte Pflanzenn können in einem mit Regen- oder destilliertem Wasser gefüllten Eimer, andere hohe Gefässe sind ebenfalls möglich, in welchen noch 1-3 Tropfen Geschirrspühlmittel gegeben wurden für 0,5 - 1 Stunde komplett untergetaucht werden. So ersticken die Blattläuse.
Eine andere Möglichkeit ist die Anwendung eines Spruzids.
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