Vermehrung über Samen

Dies ist die geläufigste Methode um alle möglichen Pflanzen zu vermehren, seien es Kakteen, Sukkulente oder eben auch fleischfressende Pflanzen

Saatgut vorbereiten

Die Samen der verschiedenen fleischfressenden Pflanzen benötigen oft eine spezielle Vorbehandlung um keimen zu können.


winterharte Arten


Winterharte Arten benötigen eine "Winterruhe" um zu Keimen. Dazu zählen Dionaea, winterharte Drosera, winterharte Pinguicula sowie  Sarracenien. Um das Saatgut der genannten Gattungen zu stratifizieren, also die natürliche Keimhemmung der Samen mittels Kälte aufzuheben, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Direktaussaat
Diese Methode ist die von "Mutter Natur" praktizierte Art. Hierfür wird das Saatgut direkt ins Moorbeet oder in den Moorkübel gesät. Den Winter über bekommen die Samen die benötigte Kältebehandlung.

  • künstliche Stratifikation
Anders als bei der vorher beschriebenen Möglichkeit muss man bei dieser Aussaat-Variante nicht bis zum Winter oder sogar bis nach den Winter zu warten, um seine Erfolge bestaunen zu können.
Hier bieten sich zwei Möglichkeiten an:

  1. Das Saatgut in Zellstoff einwickeln und in eine sogenannte Zipplock-Tüte geben. Danach etwas Regen- oder destilliertes Wasser dazugeben, damit der Zellstoff leicht feucht ist. Danach wird die Tüte verschlossen und wandert für etwa 6 Wochen in den Kühlschrank.

  2. Hierbei werden die Samen auf feuchtes Substrat gegeben, mit etwas Folie abgedeckt und ebenfalls 6 wochen im Kühlschrank aufbewahrt. In dieser Zeit ist darauf zu achten, dass das Substrat nicht austrocknet.

  • GA3
Diese Möglichkeit bietet sich für die ganz Ungeduldigen an, denn diese ist die schnellste Art und Weise Dionaea-Samen zu stratifizieren - aber auch die teuerste. Etwas Gibberellinsäure A3 (GA3) wird in etwas Alkohol aufgelöst und anschliessend mit Wasser verdünnt. Anschliessend werden die Samen für 24 - 36 Stunden in dieser Lösung eingelegt und danach ausgesät.

feuerkeimende Arten

Andere Arten bzw. Gattungen benötigen in der Natur keine Kältebehandlung, sondern Buschbrände zum Keimen. Dazu gehören Drosera regia, Byblis, Ibicella, Proboscidea und Roridula. Nun ist aber davon abzuraten einen Buschbrand in den eigenen vier Wänden zu simulieren, deshalb sollte hier lieber zu Gibberellinsäure A3 (GA3) zurückgegriffen werden.


ohne Vorbehandlung

Alle nicht-feuerkeimenden, tropischen oder subtropischen Arten brauchen nicht speziell vorbehandelt zu werden. Sie können direkt ausgesät werden. 

 

Jetzt geht´s los...

Jetzt sind die Samen bereit ausgesät zu werden.Hierfür benötigt man nicht viel, nur das entsprechende Saatgut (bitte die Hinweise oben beachten!!), Substrat für Karnivoren, Pflanztöpfe, evtl. Frischhaltefolie und vor allem viel Geduld, da die Aussaat von Karnivoren sehr langwierig ist.

Zuerst bereitet man die Pflanztöpfe oder andere Gefässe, wie Aussaatschalen oder ähnliches, vor, in dem man sie mit Substrat befüllt. Danach wird alles gut befeuchtet und das Saatgut aufgebracht. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die Samen nicht mit Substrat zu bedecken sind, da fleischfressende Pflanzen Lichtkeimer sind und somit Licht zur Keimung benötigen!

Das Ganze kann nun mit einem Stück Folie bedeckt werden, um die Luftfeuchtigkeit um die Samenkörnchen herum zu erhöhen, was sich auf jeden Fall positiv auswirkt. Aber Achtung: In die Folie unbedingt Löcher Stechen, damit ein Luftaustausch stattfinden kann und die Samen nicht schimmeln!!

Jetzt stellt man den Topf noch an einem der Art entsprechenden Standort auf (Dionaea, DroseraHeliamphora Sarracenia, … vollsonnig; Darlingtonia, Pinguicula, …halbschattig bis schattig, ... usw...) und hält das ganze immer schön feucht. Nach einigen Wochen bzw. Monaten werden sich viele neue, kleine Sämlinge zeigen.

Wichtig ist hierbei ist das richtige Giessen. Dazu sollte immer das Wasser in einen Untersetzer gegossen werden.

Letzte Aktualisierung:

 

16.02.2012

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Ich bitte um Ihr Verständnis.

 

Franco Seling

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